„Natürlich! Das Olifants Camp!“ Noahinho schlägt sich mit der flachen Hand gegen die Stirn. Da hätten sie auch allein draufkommen können. Die Anzeichen aus dem Traum waren doch eindeutig. Der Fluss. Die Geräusche der wilden Tiere. Und es ging natürlich nicht um einen Oli der etwas fand. Das was Marisol hörte, war das afrikaans Wort für Elefant. Und die Sonne macht bei 23,5 Grad Süd kehrt. Das ist eigentlich eindeutig, aber zum Glück haben sie viele Helfer.

Miss Marisol hat die Lage bereits erkannt und hat ich auf den Weg zum Olifants Camp gemacht. „Noahinho beeile Dich. Wir haben keine Zeit zu verlieren. Wir müssen das Weihnachtsfest retten!“, schreit sie ihrem Bruder zu. Es sind nur noch wenige Stunden bis zu Bescherung. Das Glück aller Kinder dieser Welt steht auf dem Spiel. Werden sie den Weihnachtsmann rechtzeitig befreien können?

Im Olifants Camp ankommen machen sie sich so gleich auf die Suche nach dem Versteck des Weihnachtsmannes. Es gibt dort viele Hütten. Und alle sehen gleich aus. „Wie sollen wir hier den Weihnachtsmann finden?“, stöhnt Miss Marisol. Doch Noahinho kann sie nicht hören. Er hat einen kleinen blonden Jungen mit zotteligen Haaren entdeckt. Er sitzt vor einem Baum und schnitzt mit seinem MacGyver-Messer an Pfeil und Bogen. So richtig passt er nicht in das Bild des Olifants Camp, aber er winkt Noahiho zu. Sein Name war Henriowu. Er erzählt Noahinho, dass er mit seiner Familie hier im Busch lebt. Das ganze Jahr. Sie bauchen kein richtiges Haus. Der Busch ist das beste Abenteuer und jeden Tag gibt es hier neue Dinge zu entdecken. Noahinho ist beindruckt. Das kann er sich gar nicht vorstellen. Er liebt sein weiches Bett und die Decke, in die er sich jeden Abend kuscheln kann.

Noahinho fragte Henriowu ob er ihnen helfen kann. Seine Schwester und er sind auf der Suche nach dem Weihnachtsmann, der hier irgendwo versteckt gehalten wird. „Hast Du ihn gesehen? Ist Dir irgendetwas aufgefallen?“, fragt Noahinho etwas angespannt. Henriowu schüttelt den Kopf. Aber er deutet auf eine Hütte. „Lasst uns Marc der mit den Scheren tanzt fragen. Er macht allen im Dorf die Haare. Marc der mit den Scheren tanzt weiß immer alles und kennt jedes Geheimnis. Vielleicht kann er uns weiterhelfen. Ich komme mit euch. Das klingt nach einem Abenteuer!“.

Im Laufschritt sammeln die beiden Jungs Miss Marisol ein und machen sich auf den Weg zu Marc der mit den Scheren tanzt. Auf dem Weg weihen sie Miss Marisol in ihren Plan ein. An der Hütte angekommen, staunen sie erstmal nicht schlecht. Jeder Platz ist belegt. Und was für eine Lautstärke. Da werden Unterhaltungen quer durch die Hütte geführt. Kein Wunder, dass Marc der mit den Scheren tanzt alles aus dem Dorf weiß. Die drei machen Marc der mit den Scheren tanzt am Ende des Raumes aus. Jetzt wissen sie auch, warum er so genannt wird. Mit eleganten, tanzenden Bewegungen, in jeder Hand eine Schere bearbeitet er die Haare der Frau vor ihm. Es wirkt wie Tanzen. So ein bisschen eine Mischung aus Tango und ChaChaCha. Große Bewegungen und dann wieder schnelle kleine Schnitte.

„Wir sind auf der Suche nach dem Weihnachtsmann. Weißt Du, wo wir ihn finden?“, brüllen alle drei zusammen im Chor, um gegen die Lautstärke auch nur eine kleine Chance zu haben. Marc der mit den Scheren tanzt unterbricht seinen Tanz und schaut die drei mit großen Augen an? „Der Weihnachtsmann? Keine Ahnung. Nie gesehen. Hätte mich dann aber auch über die Geschenke im letzten Jahr beschwert.“ Die drei schauen sich enttäuscht an. Ist die einzige Spur, die sie hier vor Ort bisher hatten schon wieder verschwunden?

So schnell will Miss Marisol nicht aufgeben. Sie bittet Marc der mit den Scheren tanzt noch mal zu überlegen, ob ihm etwas Ungewöhnliches aufgefallen sei. Schließlich habe der Weihnachtsmann weiße Haare und einen langen weißen Bart. Da scheint Marc der mit den Scheren tanzt etwas einzufallen. „Da war gestern so ein alter Kauz mit Sägespäne im Haar bei mir. In Begleitung von zwei anderen Männern. Habe keinen von denen hier vorher schon mal gesehen. Ich habe dem alten Kauz echt großartige Vorschläge für eine Typveränderung gemacht. Damit hätte ich ihn innerhalb von 30 Minuten um 20 Jahre jünger gemacht. Wollte er aber nicht. Die Kinder würden ihn nicht wiedererkennen, sagte er. Und dass dies eine große Katastrophe wäre. Ich habe ihm dann einfach die Spitzen geschnitten und etwas Form reingebracht.“ Aber da hören Miss Marisol, Noahinho und Henriowu schon nicht mehr zu.

Der Weihnachtsmann war da. Er hatte Sägespäne im Haar. Henriowu weiß sofort, wo sie suchen müssen. Bevor Marc der mit den Scheren tanzt seine Ausführungen beendet hat, hatten die drei die Hütten schon wieder verlassen. Mir nach!“, ruft Henriowu. Ich weiß, wo wir suchen müssen. Er führt die beiden raus aus dem Dorf und stoppt plötzlich mit ausgebreiteten Armen. „Wie spät ist es?“, fragt er Miss Marisol und Noahinho. Die beiden schauen ihn verdutzt an. Was spielt das jetzt für eine Rolle. „Lass uns weiter!“, brüllt Miss Marisol. Henriowu dreht sich ruhig zu ihr um. „Wie spät ist es?“, fragt er noch mal. Miss Marisol schaut auf ihre Uhr. Wow, dachte sie. Ich habe schon 12.318 Schritte gemacht. Sie schaut zu Henriowu. Es ist jetzt genau halb Eins. Sie hat den Satz noch nicht ganz zu Ende gesprochen, als die Erde anfängt zu beben. Eine große Staubwolke nähert sich von rechts. Miss Marisol und Noahinho schauen Henriowu panisch an. Der bleibt ganz ruhig stehen und stellt sicher, dass die beiden hinter seinen ausgebreiteten Armen bleiben. Die Erschütterungen werden immer heftiger. Die Staubwolke größer. Was passiert hier? Miss Marisol und Noahinho schliessen die Augen. Ist das Weihnachtsfest hiermit verloren?

Die Staubwolke donnert an ihnen vorbei. Miss Marisol und Noahinho öffnen die Augen, als sie merken, dass sie außer Gefahr sind. Der Staub legt sich. „Was war das?“, fragt Noahinho. Henriowu antwortet: „Das war Mel und ihr wilder Hundekram. Die rennen hier jeden Tag um die gleiche Zeit vorbei. Es ist immer besser nicht im Weg zu stehen. Das kann böse enden. Jetzt aber los. Wir müssen weiter!“ Die Drei machen sich wieder auf den Weg.

Miss Marisol, Noahinho und Henriowu rennen so schnell sie können, bis sie an einer kleinen Hütte mitten im Wald ankommen. Obwohl niemand zu sehen ist, schleichen sie sich vorsichtig an. Noahinho erreicht als erster die Hütten und kann durch ein kleines Fenster einen Blick erhaschen. „Da liegt jemand“, flüstert er den anderen beiden zu. Miss Marisol schaut ebenfalls durchs Fenster. „Das ist er!“, ruft sie so leise sie kann. Henriowu klappt sein MacGyver-Taschemesser aus und flüstert „Zur Seite! Ich ritze hier ein Loch in die Wand. Dann befreien wir ihn!“. Miss Marisol legt ihre Hand auf seine. „Das ist keine gute Idee“, sagt sie. „Das dauert zu lange und ist zu auffällig. Es muss einen anderen Weg geben!“. Mit einem fragenden Blick steckt Henriowu das Messer wieder weg. Die Drei untersuchen die Umgebung noch mal genauer. Es ist tatsächlich niemand vor Ort, sodass sie in die Hütte gehen können. Sie schleichen bis zur Zelle, in der der Weihnachtsmann festgehalten wird. Die Zellentür ist durch ein Schloss mit Zahleneingabe gesichert. Henriowu zückt wieder sein Messer, steckt es aber schnell wieder ein, nachdem Miss Marisol ihn mit einem vorwurfsvollen Blick anschaut. „Es muss einen anderen Weg geben“, sagte sie.

Noahinho spricht den Mann in der Zelle an „Bist Du der Weihnachtsmann? Weißt Du, wie wir Dich hier herausbekommen?“ Der Weihnachtsmann dreht sich um und wischt sich die Tränen aus dem verschmutzten Gesicht. Die Form, die Marc der mit den Scheren tanzt in sein Haar gebracht haben soll, war schon wieder verschwunden. Der Weihnachtsmann sieht zerzaust und traurig aus. Aber nicht so sehr, dass die Drei ihn nicht erkennen. Henriowu springt an die Tür und fängt an zu rütteln. „Das wird nichts bringen“, brummte der Weihnachtsmann traurig. „Die Stäbe und Wände sind sehr massiv.“ Miss Marisol schaut sich das Zahlenschloss genauer an. Sie nimmt etwas Staub auf ihre Hand und bläst ihn gegen die Eingabetasten. An fünf Tasten bleibt etwas Staub hängen. Es muss eine fünfer Kombination sein, die das Schloss öffnet.

„Das sind zu viele Kombinationsmöglichkeiten. Das schaffen wir nie!“, sagt Noahinho enttäuscht. Miss Marisol wendet sich dem Weihnachtsmann zu „Hast Du irgendetwas mitbekommen? Weißt Du wie man dieses Schloss aufbekommt?“. Der Weihanchtsmann schüttelt den Kopf. „Die Menschen hier sprechen eine ganz andere Sprache. Das hört sich manchmal an wie ein Klicken. Ich verstehe nichts. Das Einzige, was ich mir gemerkt habe ist ein Satz, den ein Wärter immer gesagt hat, bevor er mir das Essen hingestellt hat. Der geht glaube ich – Ntlanu thoba nye zine Sibhozo.“ Die Drei schauen sich an. Das muss die Lösung sein!

So kannst Du Miss Marisol, Noahinho und allen Kindern auf dieser Welt helfen.

Hast Du die Zahlenkombination herausgefunden? Dann ergänze die URL www.dogfaible.com/... um diesen Zahl und Du wirst den Weihnachtsmann befreien.