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Es surrt und mit einem leisen Knarren öffnet sich die Tür. Der Weihnachtsmann ist frei! Miss Marisol, Noahinho und Henriowu jubeln. „Jetzt aber schnell“, ermahnt Miss Marisol. Mit großen Schritten eilen sie aus der Hütte ins Freie und entfernen sich vom Versteck.

Nach dem sie eine Weile gelaufen sind, bricht es aus Noahinho heraus. „Das Weihnachtsfest ist gerettet“, ruft er und wendet sich dem Weihnachtsmann zu. Diesem läuft just in diesem Moment eine dicke Träne die Wange herunter. „Ich hatte dieses Weihnachten schon abgeschrieben. Aber ihr habt mich gerettet. Vielen Dank! Ihr habt Millionen Kinder vor einem Weihnachten ohne Geschenke gerettet.“ Der Weihnachtsmann gibt jedem der Drei eine feste Umarmung. Dann wendet er sich dem Himmel zu und stößt einen lauten Pfiff aus, der sich irgendwie nach der Melodie von der Weihnachtsbäckerei anhört. Miss Marisol, Noahinho und Henriowu sehen ihn verdutzt an. „Mit diesem Zeichen wissen meine Rentiere, dass sie zu mir kommen sollen. Ich hatte den Schlitten schon gepackt. Es kann also direkt mit der Bescherung losgehen, wenn meine Tiere mit dem Schlitten hier sind“, erklärt der Weihnachtsmann.

Miss Marisol sieht den Weihnachtsmann entsetzt an. „Du hattest den Schlitten schon gepackt?“, fragt sie mit leicht zögerlicher Stimme. Doch bevor der Weihnachtsmann antworten konnte, hört man schon die Rentiere mit dem Schlitten am Horizont. Miss Marisol und Noahinho schauen sich an, denn sie wissen, was jetzt kommt. Sie hatten ja das Bild in den Ellerbek City News gesehen. Als nächstes hören sie einen lauten Ausschrei vom Weihnachtsmann. „Wo sind die Geschenke? Alles weg. Der Schlitten ist leer! Wer macht denn sowas? Wer kann so herzlos sein?“ Der Weihnachtsmann kann sich gerade noch am Schlitten abstützen und sinkt langsam zu Boden. Miss Marisol, Noahinho und Henriowu eilen ihm schnell zur Hilfe.

Nach einigen Minuten bestürztem Schweigen ist es Noahinho, der sich als Erster wieder aufrappelt. „Wir geben noch nicht auf“, ruft er den anderen zu. „Wir haben den Weihnachtsmann befreit, wir werden auch die Geschenke finden!“ Miss Marisol schaut ihn fragend an. „Aber wie?“ Der Weihnachtsmann schaut die Drei an. Aus seinem Gesicht sind Trauer und Hilfslosigkeit gewichen. Er sieht entschlossen aus. „Mit meinen Helfern, die ich auf der ganzen Welt habe! Schnell, steigt ein. Mit meinem neuen eWarp Antrieb, den mein Ingenieur mir installiert hat, sind wir im Nu im Hauptquartier und ich kann alle zusammenrufen.“

Während der Weihnachtsmann versucht den eWarp Antrieb zu starten, springen Miss Marisol und Noahinho in den Schlitten. Nur Henriowu bleibt stehen. „Für mich ist das Abenteuer hier zu Ende, liebe Freunde. Ich möchte bei meiner Familie bleiben. Ich hoffe ihr findet die Geschenke. Aber wenn nicht, denkt dran. Das Wichtigste ist es bei der Familie zu sein. Ich habe hier so viele Menschen getroffen, die fast nichts haben, aber die glücklichsten Menschen sind, die mir je begegnet sind. Nicht die Geschenke machen Weihnachten aus. Das Miteinander ist es.“ Mit diesen Worten gibt er jedem ein High Five und bittet dem Weihnachtsmann mit gezücktem MacGyver-Messer Hilfe beim Starten des eWarp Antriebs an. Dieser hantiert nämlich immer noch mit den Knöpfen herum und nichts passiert.

Der Weihnachtsmann lehnt dankend ab und wendet sich einer Art Gegensprechanlage zu. „Hiermit habe ich eine direkte Verbindung zu meinem Ingenieur. Ich hoffe er ist erreichbar. Er ist echt ein Genie, aber manchmal auch etwas zerstreut.“ Der Weihnachtsmann hält den Knopf der Gegensprechanlage gedrückt. „Andy. Aaaaaaaaaaandy. Bist Du da? Wir haben hier ein Problem.“

Stille.

Der Weihnachtsmann hält den Knopf noch mal gedrückt. „Aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaandy“, ruft er mit noch mal mehr Nachdruck.

Jetzt hören sie ein Rauschen am anderen Ende und ein leichtes Räuspern. „Lieber Weihnachtsmann“, erklingt es aus dem Lautsprecher. „Erstens. Ich habe Sie schon so oft gebeten mich bei meinem Künstlernamen zu nennen. Bitte. Nennen Sie mich einfach Q! Zweitens. Ich hoffe es ist wirklich dringend. Ich schaue gerade den Weihnachtsklassiker Ben allein Zuhause. Da werde ich wirklich nur sehr ungern gestört.“ Der Weihnachtsmann entschuldigt sich für die Störung und schildert das Problem mit dem eWarp Antrieb, der einfach nicht anspringen will. Q überlegt nicht lange und antwortet „Lieber Weihnachtsmann. Wie in der letzten Schulung ausgeführt, ist der Start des eWarp Antriebs recht einfach. Sie müssen erst den Nippel durch die Lasche ziehen. Dann den rechten roten Knopf drei Sekunden gedrückt halten. Danach drücken Sie den linken roten Knopf viermal schnell hintereinander. Jetzt müsste der eWarp Antrieb anspringen. Funktioniert es? Hallo? Herr Weihnachtsmann? Sind sie noch da?“

Miss Marisol und Noahinho sehen, wie der Weihnachtsmann bei den ganzen Anforderungen überfordert ist und kommen ihm schnell zur Hilfe. Sie führen die Anweisungen aus und der eWarp Antieb springt an. „Danke Andy … äh … Q“, bedankt sich der Weihnachtsmann noch schnell und ab ging die Fahrt. Der Weihnachtsmann, Miss Marisol und Noahinho winken Henriowu noch zum Abschied.

„Woher kennst Du den Weg zum Hauptquartier?“, will Noahinho vom Weihnachtsmann wissen. Der zeigt auf eine Art Navigationsgerät in seinem Schlitten. „Damit kann ich auch tagsüber die Sterne sehen. Und siehst Du diese hellen Sterne hier?“ Noahinho nickt. „Das sind meine geliebten Hunde Jette, Cajus, Cniffel und Limit. Die zeigen mir immer den Weg nach Hause.“

Auf dem Weg zum Hauptquartier des Weihnachtsmannes ist es dann erstmal ganz still an Bord des Schlittens. Alle sind immer noch fassungslos über die verschwundenen Geschenke. Doch Miss Marisol denkt noch über etwas anderes nach. „Herr Weihnachtsmann. Was wolltest Du eigentlich in Soweto? Das ist doch ganz weit weg von Deinem Zuhause“, fragt sie schließlich. Der Weihnachtsmann schaut sie an und erklärt „Wisst ihr. Ich habe in letzter Zeit viel Ärger mit so einer Möchtegern-Boygroup. Die nennen sich selber Make me great again. Ich bin einfach nicht einverstanden mit der Art und Weise, wie sie sich benehmen und welche Botschaften sie senden. Da wollte ich mich von meinem alten Freund Madiba inspirieren lassen. Der wurde in Soweto geboren. Viele Jahre wurden er und andere Menschen aus seiner Gruppe schikaniert. Madiba wurde viele Jahre eingesperrt. Und als er endlich freikam und von den Menschen seines Landes zum Präsidenten gewählt wurde, da hat er etwas wirklich Einzigartiges getan. Er hat die Menschen, die ihn und seine Freunde schikaniert haben, nicht bestraft sondern vergeben. Er hat sich dafür eingesetzt, dass alle Menschen in seinem Land gleichbehandelt werden. Bei dem ganzen Ärger mit dieser Boygroup habe ich gemerkt, dass ich wieder einen anderen Blick brauche. Ich dachte an den Ort zu kommen, an dem Madiba geboren würde, würde mir neue Erkenntnisse liefern. Stattdessen habe ich alles verloren.“ Der Weihnachtsmann wird wieder traurig, während sie mit Warp Geschwindigkeit Richtung Hauptquartier sausen.

Miss Marisol und Noahinho haben aufmerksam zu gehört und Miss Marisol will es noch mal genauer wissen. „Wer ist denn diese Boygroup?“ Der Weihnachtsmann schaut zu ihr hoch. „Das sind fünf wirklich schrecklich überhebliche Typen. Sehr von sich selbst überzeugt. Und egositisch. Sie verkörpern all das, was ich nicht mag. Lass mich kurz überlegen, ob ich noch zusammen bekomme, wie sie heißen. Der Erste heißt glaube ich Do Nald, der Zweite Erd O’Gan, der Dritte war so ein südamerikanischer Typ. Bolso. Irgendwas in der Art. Ach ja. Bolso Naro. Mit dem Vierten ist nicht zu spaßen. Der schaut schon immer so grimmig. Den Namen weiß ich noch genau. Er heißt Alas Sad. Der Fünfte in dieser Boygroup ist wahrscheinlich der Schlimmste. Der sagt immer ja und macht dann das, was er will. Sein Name ist Pu Tin. Können wir das Thema wechseln? Ich ärgere mich schon wieder über diese Truppe, wenn ich nur davon erzähle.“

Miss Marisol und Noahinho merken, wie sehr dieses Thema den Weihnachtsmann anstrengt und zogen sich zurück. Leise fangen sie an zu tuscheln. Miss Marisol deutet immer wieder auf ihr Handy. Plötzlich klatscht sich Noahinho wieder mit der flachen Hand auf die Stirn und stößt ein lautes „Natürlich!“ aus. Der Weihnachtsmann dreht sich zu den beiden um. „Anschnallen bitte. Wir setzen zur Landung an.“

Kaum gelandet platzt es aus Miss Marisol und Noahinho raus. „Herr Weihnachtsmann! Die Boygroup hat die Geschenke gestohlen. Und wir wissen auch, wo sie versteckt sind. Schauen Sie hier.“ Miss Marisol hält ihm das Handy mit einem geöffneten Instagram Account vor die Nase. Der Weihnachtsmann schaut ungläubig. „Wie meint ihr das?“

Miss Marisol erklärt ihm, was sie gefunden hatten. „Schauen Sie hier. Die Boygroup Jungs mögen vielleicht schrecklich sein, aber clever sind sie nicht. Hier und da. Das ist eindeutig. In dieser Stadt werden die Geschenke versteckt!“

So kannst Du Miss Marisol, Noahinho und allen Kindern auf dieser Welt helfen.

Finde heraus, in welcher Stadt die Geschenke versteckt sind. Miss Marisol hat Dir ja schn ein paar Hinweise gegeben. Wenn Du die Stadt gefunden hast, ergänze die URL www.dogfaible.com/... um den Namen dieser Stadt. Sollte der Name aus mehreren Wörtern bestehen, wird alles zusammengeschrieben. Umlaute werden immer mit ae, oe oder ue geschrieben.

Jetzt liegt es an Dir. Finde die Geschenke, damit die Bescherung rechtzeitig stattfinden kann.